Große Ausfahrt der JAWA- Freunde Mansfelder Land im Mai 2012 nach Týnec nad Sázavou zum JAWA- Werk

Oldtimer sind nicht nur Zeitzeugen aus vergangenen Tagen, sie machen  neugierig auf die Geschichte ihrer Produktionsstätte. Da in Deutschland über den aktuellen Werdegang des JAWA- Werks nicht viel zu erfahren ist, nutzten wir den Beginn der Zweiradsaison 2012, um uns selbst eine Meinung darüber zu bilden. Außerdem wollten wir mit unseren JAWA‘s noch mal die böhmische Luft atmen, mit der sie das Laufen lernten. Aber als erstes waren viele Fragen zu klären:

Wann soll es losgehen, wer kommt mit, wie ist der Streckenverlauf, wo wird übernachtet und was darf es kosten. Bei den Planungen schwand auch immer mehr die Hoffnung auf die Möglichkeit, das Werk richtig zu besichtigen. Wir bekamen keine konkrete Aussage über die vom Werk im Internet angezeigten Kontakte.

Trotzdem starteten wir, bei besten Motorradwetter, mit 5 JAWA‘s, zwei PKW‘s und man weiß ja nie, einem Abschlepphänger am 1. Mai Wochenende 2012. Die Route verlief mit einer Übernachtung auf der Hinfahrt in Oberwiesentahl. Unser Basislager war in Prag. Von da aus sind es ca. 50 km Richtung Süden ins Werk.

In Týnec fanden wir leider nur noch ein schäbiges Produktionshochhaus vor, der Rest vom Werk war schon abgerissen, bzw. stark baufällig. Alle Versuche die Geburtsstätte unserer JAWA‘s von innen anzuschauen, scheiterten an der Pförtnerin. Nur durch die Scheiben erkannten wir Motorenteile bzw. ein paar veraltete Maschinen, mit denen scheinbar noch produziert wird. Mit ein paar Fotos und einem traurigen Gefühl fuhren wir einige Kilometer weiter nach Konopišti. Dort sollte es ein JAWA- Museum geben.

Im Museum erfuhren wir, dass im Jahr ca. 200 JAWA‘s von 15 Angestellten gebaut werden. Die Motoren kommen von anderen Firmen aus dem fernen Osten. Einige Maschinen im Museum standen zum Verkauf. Eine California gefiel unserem Udo so gut, dass er sie fast mitgenommen hätte. Nur leider änderte sich der Preis immer mehr nach oben. So verabschiedeten wir uns mit den üblichen Andenken und hinterließen ein paar Grußzeilen im Gästebuch.

Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Deutschland.

Auf den fast 850 Kilometern gab es bis auf ein paar lockere Schrauben, einen losen Tank und Krümmer,einen verstellten Unterbrecher und einen hängenden Gasbowdenzug keine ernsthaften technischen Probleme. Dass die Zeit der Zweiakter auch in Prag endgültig Geschichte ist, mussten wir in der Hotelgarage erfahren, als der typische blaue Qualm aus unseren Auspuffrohren Feueralarm auslöste.

Wir JAWA- Freunde aus dem Mansfelder Land wüschen der Fa. JAWA bald wieder höhere Drehzahlen.

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